Brennnessel, Samen!

Brennessel

Gesund, lecker, nussig

Viele reden über sog. Superfoods – Maca, Chiasamen, Moringa und Co. Die Brennnessel ist ein einheimisches Superfood, eine vielseitige Wunderpflanze.

Von vielen Gärtnern gehasst und doch so ein großartiges Heilkraut. Wer hat sich nicht schon mal an ihr „verbrannt“. Dabei wachsen die Brennhaare alle nur in eine Richtung und wenn wir sie vorsichtig genug in Wuchsrichtung der Brennhaare anfassen, dann kann sie sogar gepflückt werden, ohne dass wir uns „verbrennen“. Es soll sogar Menschen geben, die diesen Brenneffekt lieben, auch als sexuelle Stimulanz. Der Ort der Anwendung ist dann selbstredend.

Die Pflanze ist so ziemlich in allen Teilen genießbar – ein prima Salatkraut oder Spinatersatz, als Tee oder als Tinktur zur Anregung des Stoffwechsels und für den innerlichen Großputz. Kurz blanchiert oder mit dem Nudelholz gerollt, schon verlieren die feinen, möglichst jungen Triebe ihre Brennkraft. Sie gilt auch als Einschleuserpflanze bei Eisenmangel. Brennnesseljauche ist ein guter nährstoffreicher Pflanzendünger und die Brennnesselbrühe hilft gegen Blattläuse.

Sie wächst meist an Orten mit einem hohen Stickstoffgehalt und selbst stärkste Versuche mit Unkrautvernichtungsmitteln lassen sie binnen kürzester Zeit wieder wachsen. Die Wurzeln sind ausladend, kräftig und wer sie eindämmen möchte, der sollte der Pflanze bis zur Wurzel unter die Erde folgen.

Von der guten alten Hildegard von Bingen ist ein Gedächtnisöl überliefert – Kraut zu Brei mörsern und Olivenöl dazu geben. Damit die Schläfen und ggf. die Brust einreiben.

Die Wurzeln sind ebenso vielfältig zu verwenden, insbesondere bei Blasen- und Prostatabeschwerden und als sexuell anregendes Kraut für Männer, um gebundenes Testosteron freizusetzen. Dafür eignet sich gut eine Tinktur.

Die Brennessel ist zweihäusig, es gibt also sowohl männliche, als auch weibliche Pflanzen, die gemeinsam wachsen. Die männliche Pflanze hat hellgrüne Blütenstände, die waagerecht abstehen, die weiblichen Blütenstände sind dunkler und hängen herab.

Jetzt beginnt die Zeit für die Ernte der Brennnesselsamen, sie sind lecker, nahrhaft und gesund.

Die Samen sind nährstoffreich und gelten ebenso als Aphrodisiakum. Sie regen die Körperfunktionen an und sind ein stärkendes Tonikum, gerade auch für ältere Menschen. Außerdem sollen sie gut für das Haarwachstum sein. Wenn Landwirte früher ihre Pferde verkaufen wollten, dann gaben sie diesen Brennnesselsamen ins Futter, damit der Fell glänzender und die Mähne kräftiger wurde. Das wäre für das menschliche Haarwachstum durchaus zu versuchen.

Es ist relativ einfach die Samen von den weiblichen Pflanzen zu ernten. Das geht noch locker bis in den Oktober hinein. Schönen Standort suchen, ggf. Handschuhe anziehen und dann die Samenstände abnehmen. Hinterher die kleinen Früchte von den Rispen abstreifen. Relativ schnell hat man ein Glas voll. Die Früchte schmecken leicht nussig, können sehr kurz für den Salat geröstet werden oder wandern in Smooties oder Müsli. Ich esse jeden Morgen einen Esslöffel voll.

Was macht die Brennnesselsamen zum Superfood? Die reichlichen Inhaltsstoffe, viele Mineralstoffe (Kieselsäure, Magnesium, Eisen, Kalium, Silicium uva) , Vitamine (A, B, C, D), Antioxidantien, fettes Öl, Linolsäure uva. Ein Esslöffel am Tag bringt also die Versorgung mit einer ganzen Menge an Nährstoffen.

Wir schauen immer ziemlich weit in die Ferne, wenn es um Produkte geht, die die Gesundheit fördern, nach Asien oder Südamerika. Die Brennnessel ist definitiv die heimische Pflanze, die das Potential zum Superfood hat. Essen also eine gute Alternative zur „Unkrautvernichtung“.

Wer keine Lust hat, sich welche zu suchen oder keinen schönen Standort kennt, der kann sie auch in der Apotheke bestellen oder in Bioqualität zB bei Dragonspice – ab 2,40 € je 100 Gramm. Ich habe leider noch keinen Biomarkt gefunden, der sie im Angebot hat, vermutlich ist der Ruf bei uns dafür einfach zu schlecht oder die Vielseitigkeit unbekannt.

Wie immer: Alles in Eigenverantwortung verwenden.

Wer mit der Brennnessel innerlich ordentlich „ausmisten“ möchte, der sollte unbedingt alle anderen Körperfunktionen und Organe in der Wahrnehmung haben. Denn, wenn die Brennnessel groß „auskehrt“, dann sollte auch alles andere gut damit umgehen können. Also lieber erst mal alle Organe anregen oder entlasten, bevor die Brennnessel alles durchschickt.

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