Hopfen – Humulus lupulus

Hopfen

Letztes Jahr habe ich günstig bei Aldi eine Hopfenpflanze „adopiert“ und dieses Jahr ist sie wieder üppig gewachsen. Gestern war Ernte.

Der Hopfen ist oft wild zu finden, er schlängelt sich gerne an einem Torbogen hoch oder einem Schild am Waldesrand. Heilpflanzlich verwendet werden die Zapfen der weiblichen Pflanze. In Bayern, dem größten Hopfenanbaugebiet Deutschlands werden männliche Pflanzen vernichtet, weil die Hopfenzapfen nach der Bestäubung ungenießbar sind (käsig, super herb und bitter).

Der Hopfen gehört zur Familie der Hanfgewächse, allein schon die Blattform deutet auf die Nähe zum Hanf hin. Es ist für mich amüsant, dass die Hanfgegner so vehement gegen dieses tolle Heilpflanze wettern, eine enge Verwandte wird für das Bier seit Jahrhunderten verwendet. Hopfen bzw. die Inhaltsstoffe sorgen u. a. dafür, dass das Bier den bitteren Geschmack hat.

Hopfen hat verschiedene Inhaltsstoffe und wird u. a. auch als „phytoöstrogenhaltig“ bezeichnet. Damit wird er zu einem idealen Unterstützer bei Periodenbeschwerden und für Frauen in den Wechseljahren. Im Tee oder als Teil einer Frauentinktur. Hopfen beruhigt und unterstützt beim Einschlafen und ist gut bei nervösen Magenbeschwerden. Hopfen ist oft Bestandteil eines Schlaftees, Hopfenmilch trägt ebenso zu ruhigen Nächten bei.

Bei mir ist er mit Passionsblume, Baldrianblüte (wenig), Lavendel und Melisse Bestandteil einer Schlaftinktur, wenn ich in Zeiten von Sorgen etwas schlechter schlafe.

Hopfen Für uns Männer aufgepasst: Hopfen ist wegen der „Phytoöstrogene“ eines der größten Anaphrodisiaka für Männer. Wer nach ein paar Bier keinen mehr „hochbekommt“, es könnte daran liegen. Außerdem soll üppiger Bierkonsum für Verweiblichung der Körperform bei Männern verantwortlich sein. Bauch, ausladende Hüften und Brüste. Als Mann also sparsam verwenden.

Jedenfalls habe ich gestern bei Sonnenschein meinen Hopfen runtergeschnitten und alle Zapfen gepflückt. Sie waren dennoch ziemlich nass, so dass ich sie kurz für 20 Minuten bei 40 Grad im Backofen angetrocknet habe. Eigentlich reicht es aus, für die Weiterverwendung nur das gelbe Pulver, das Lupulon aus dem Hopfen herauszusieben.

Die frischen Hopfenspitzen können wie ein Spargelgemüse verwendet werden. Ich habe es dieses Jahr ausprobiert und reichlich Hopfenspitzen geschnitten. Wenn die Kochzeit etwas kürzer gewesen wäre, wären sie vielleicht richtig lecker gewesen. So war es ok. Also Hopfenspitzen, die auch deutlich dünner sind, wesentlich kürzer als Spargel kochen.

Hopfen Zur Ernte habe ich übrigens Handschuhe angezogen. Die sog. Hopfenpflückerkrankheit ist eine allergische Hautreaktion, die schnell entsteht.

Tinktur habe ich noch genug, einen Teil meiner Ernte werde ich verschenken, den Rest in ein Schlafkissen füllen, das mir eine Heilpflanzenfreundin geschenkt hat.

Außerdem verräuchern. Hopfenräucherungen sind gut bei innerer Unruhe und wenn der Geist nicht mehr abschalten kann. Sie unterstützt Phasen eines Neuanfangs.

Und wie immer: Alles in Eigenverantwortung verwenden.

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