Königskerze

Königskerze

Bei mir im Garten haben sich ein paar kleinblütige Königskerzen (Verbascum thapsus) niedergelassen. Zugegeben zwei davon habe ich geschenkt bekommen, aber inzwischen sind auch schon zwei von selber gewachsen. Prachtvolle 2jährige Pflanzen von locker mehr als 150 cm.

Stimm- oder Halskraut ist ein alter Name dieser Pflanze und das zeigt auch schon, wofür wir sie verwenden können. Der Tee ist gut für die Stimme und den Hals, früher haben Sprechkünstler davon reichlich getrunken. Schleimstoffe und Saponine schützen den Hals und lösen Schleim. Der Haustee nach Hildegard von Bingen besteht aus Königskerzenblüten und Fenchelsamen.

Früher wurden die Königskerzen in Öl, Harz oder Pech getaucht und als Fackel benutzt. Ebenso war sie auch als Wetterkerze in Gebrauch. Anhand der Blütenstände konnten die Menschen vorhersagen, wie der Winter wird und wann es Schnee gibt. In Bayern wird diese Kunst immer noch ausgeübt. Sie ist auch zentraler Bestandteil der Kräuterboschen zum 15. August.

Jeden Morgen haben sich ein paar Blüten der Pflanze geöffnet und ich freue mich seit vielen Wochen schon darüber, morgens aufzustehen und die neuen Blüten zu bewundern. Sie fallen meist nach einem Tag ab.

Das Buch „Die Kräuter in meinem Garten“ empfahl, eine {Tinktur} herzustellen. Ein paar Tropfen, auf ein Stück Zucker gegeben, sollen gut für allerhand Halsbeschwerden sein. Das Tinkturenglas habe ich ins Kräuterbeet gestellt und jeden Morgen die frischen Blüten zur Hälfte abgesammelt. Nach ein paar Tagen war das Glas schon voll und die Tinktur hat eine prachtvolle gelbe Farbe.

Noch eine Tinktur für eine Freundin gemacht und dann las ich von einem Königskerzenöl – bei Hämorrhoiden, Neuralgien und Ohrenschmerzen, sowie Harntröpfeln bei Männern. Das Öl muss wirklich jeden Tag kräftig geschüttelt werden, sonst neigen die Königskerzenblüten sehr schnell zum Schimmeln.

Sowieso, als letztes habe ich dann noch ein paar Blüten gesammelt und getrocknet – zum Räuchern. Ich könnte daraus auch einen Tee machen, aber dafür war es zu wenig. Obwohl sie blüht immer noch. Für die Teeherstellung müssen die Blüten reichlich täglich gewendet werden, selbst erfahrenen Menschen schimmeln sie schnell mal weg.

Ein haben sie alle gemein: Tinktur, Öl oder Tee: gut abfiltern. Die Blüten haben kleine Härchen, die die Schleimhaute reizen können. Ein Kräutertee ohne Filter ist in diesem Fall keine gute Idee.

Die großblütige Königskerze und die gemeine Königskerze können dafür in gleicher Weise verwendet werden. Und immer was überlassen, damit sich auch andere Lebewesen daran erfreuen können und zum Aussämen.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *