Kräutersträuße binden – 15. August

Kräutersträuße

Am 15. August begannen in alter Zeit die Frauendreißiger. Innerhalb der nächsten 30 Tage sollen Heilkräuter besonders heilkräftig sein und die weisen Frauen haben früher Heilkräuter zu dieser Zeit gesammelt.

Besonders am 15. August wurden Kräutersträuße gebunden, die sehr heilkräftig sein sollen. Die Kräuter sollten verräuchert Unwetter abhalten, unters Kissen gelegt Eheglück erhalten und wurden insbesondere während der Rauhnächte verräuchert.

In späterer Zeit wurde dieser Brauch durch die katholische Kirche adaptiert, Maria hatte an diesem Tag ihre Himmelfahrt. Kräutersträuße wurden in der Kirche geweiht und dann im Hergottswinkel des Hauses aufgehängt.

Die Sträuße hatten je nach Region eine festgelegte Anzahl von Kräutern. Ob 7, 9, 11 oder 77 Kräuter, es gibt reichlich Überlieferungen, welche Kräuter genau hinein gehören. Zentraler Bestandteil war eine Königskerze. Mit hinein kamen Kräuter wie Beifuß, Schafgarbe, Frauenmantel, Johanniskraut, Mädesüß, Engelswurz, Wegwarte und Haselnusszweige. Oder was der Garten sonst so hergibt.

Ich finde immer, man kann es übertreiben mit Regeln und Vorgaben und wenn 21 Kräuter den perfekten Strauß ergeben, dann ist das so. Alte Bräuche sind super, weil sie uns zeigen, wie die Menschen früher mit der Natur und den Jahreszeiten gelebt haben, aber man sollte sie auch nicht zu sehr mystifizieren.

Ich jedenfalls verwende sie. Kräutersträuße sind einfach sehr praktisch. Fertig gebunden, nehmen sie in der Küche oder am Ofen wenig Platz weg und der Anblick macht Freude. Wenn ich dann mal eines der Kräuter benötige, kann ich mir einen Teil abbrechen und verwenden.

Deswegen mache ich heute ein paar Kräutersträuße, auch als Mann. Wir sind ja auch gleichberechtigt. Und wenn die Kräuter gerade just so kräftig sind, dann her damit. Drei oder vier, die ich meist zu Räucherzöpfen zusammenbinde. Einen großen Strauß mache ich nicht mehr, davon brauche ich einfach nicht genug.

Heute spar ich mir den Hinweis auf die Eigenverantwortung, wobei der getrocknete Strauß unbedingt nicht zu dicht ans Feuer gehört.

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