Kräutertee

Kräutertee

Die wirklich einfachste Art, Kräuter und Heilpflanzen zu sich zu nehmen, ist der Tee. Zumindest, soweit die Inhaltsstoffe wasserlöslich sind. Im Drogeriemarkt gekauft, in der Apotheke gemischt oder selbst hergestellt, einfacher als Kräutertee geht es wirklich nicht.

Neulich erst war ich in der Apotheke und habe mir Brennnesseltee gekauft. Klar, den kann man relativ einfach auch selber machen, aber manchmal ist mir für wenige Euro der Verarbeitungsaufwand zu hoch oder ich habe gerade das Kraut einfach nicht passend verfügbar.

Die Packung mit den Brennesselblättern genommen und auf die Zubereitungsart geschaut: zwei Filterbeutel mit je 1,5 Gramm werden mit 150 ml siedendem Wasser übergossen, die dann 10-15 Minuten ziehen müssen. Als Maximaldosis werden 3-4 Tassen am Tag angegeben.

Meine Standardteetasse fasst 300 ml. Also 4 Beutel genommen und nach Anweisung bereitet. Schon die Farbe sagte mir, dass das ein ziemlich kräftiges Gesöff wird. Aber so ist die Anweisung des Apothekers / Herstellers für diesen Brennnesseltee und so sollte er auch gemacht werden, um auf der sicheren Seite zu sein.

Bei Brennnesselblättern ist der Geschmack noch ganz gut auszuhalten, aber eine Bitterstoffdroge in gleicher Zubereitung, da wird der Tee für den Trinkenden zur Herausforderung.

Mein Heilpflanzenlehrer hat uns gelehrt, beim Tee lieber einen etwas dünneren zu machen und dafür mehr zu trinken. Mehr Flüssigkeit ist gut, aber löst ein dünnerer, kurz gezogener Tee auch alle Inhaltsstoffe raus, die ich mir für die Wirkung erhoffe?

Für Tee gibt es im Wesentlichen drei verschiedene Zubereitungsarten:

Infus = Aufguss – mit kochendem Wasser übergießen und 8-10 Minuten ziehen lassen

Dekokt = Abkochung – mit kaltem Wasser übergießen, aufkochen (1-3 Minuten Kurzdekokt, bis 20 Minuten Langdekokt) und eine Weile ziehen lassen

Mazeration = Kaltauszug – mit kaltem Wasser übergießen, rund 6-8 Stunden ziehen lassen und dann auf Trinktemperatur erwärmen

Warum?

Grundsätzlich gehen die Inhaltsstoffe der Pflanzen, die wasserlöslich sind, in den Tee über. Dies sind zB bestimmte Alkoloide, Glykoside, ätherische Öle, Bitterstoffe, Farbstoffe, Mineralien, Vitamin B und C, Saponine, Fette, Öle, Zuckerarten und einige weitere.

Der Dekokt wird meist bei Hölzern, Rinden oder Wurzeln verwendet. Deren Inhaltsstoffe brauchen eine intensivere Methode, um in den Tee überzugehen. Beim Kaltwasserauszug werden leichtflüchtige oder thermisch instabile Inhaltsstoffe, insbesondere Schleimstoffe und ätherische Öle deutlich sanfter aus der Teedroge ausgezogen.

Sowieso ist es bei einer ganzen Reihe von Tees sinnvoll, den Tee mit der Untertasse abzudecken, damit die ätherischen Öle sich nicht verflüchtigen. So bleiben diese am Deckel hängen und fallen dann wieder mit der Abkühlung in den Tee zurück. Vor dem Trinken Deckel abnehmen ;o).

Teeanwendungen sollten selten über ein bis zwei Wochen hinausgehen, dann lieber mal den Tee wechseln, die Wirkung abwarten oder zum Arzt oder Heilpraktiker gehen.

Ältere Tees können auch noch zum Inhalieren, fürs Fußbad oder zum Räuchern Weiterverwendung finden. Oder ich kaufe eine Teedroge in der Apotheke, sie ist ja nichts anderes, als ein getrockneter Pflanzenteil und mache daraus eine Tinktur oder einen Ölauszug.

Die Bezeichung „Droge“ beim Tee kommt von „dröge“ also getrocknet. Jede „Droge“ ist erst mal ein getrockneter Pflanzenteil und in der „Drogerie“ wurde er früher gehandelt. Bei der Eigenproduktion von Tees wird bei einigen Tees manchmal empfohlen, diesen zu fermentieren (zB bei Brombeerblättern). Die geernteten Blätter werden dann mittels Druck (zB mit einem Nudelholz über einen mit den frischen Blättern gefüllten Plastikbeutel fahren) gequetscht und dabei die Pflanzenstrukturen teilweise zerstört. Dadurch werden Inhaltsstoffe aufgeschlossen, die dann mit dem Sauerstoff oxidieren. Erst so wird das anschließend getrocknete Blatt zum Tee.

Die Teerezepturen zB vom naturheilkundlichen Arzt oder Heilpraktiker sind immer gleich aufgebaut. Zunächst die Droge mit Hauptwirkstoff, danach Hilfswirkstoff und zuletzt die Verschönerungsdroge (wie zB für Geschmack oder Farbe). Leider haben immer weniger Apotheken Tees zur individuellen Mischung verfügbar und dann muss der Apotheker verschiedene Tees für die Mischung beziehen. Dadurch können diese schon mal recht teuer werden, weil Mehrmengen mit bezahlt werden müssen. Am Besten vorher nachfragen oder im Netz schauen, was Online-Apotheken für den Tee nehmen (zB www.apo-rot.de).

Es ist genau zu prüfen, welche Tees sich für Kinder eignen und in welcher Menge.

Ansonsten Tee ganz einfach immer so zubereiten, wie es für einen selbst stimmt. Lieber heißer oder kälter, kannen- oder tassenweise, gesüßt oder ohne Zucker. Honig nicht über 42 Grad reinrühren.

Und wie immer: alles in Eigenverantwortung verwenden.

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