Schlehenjahr? – Prunus spinosa

Schlehen

Am letzten Wochenende wurde ich an etwas erinnert, was ich noch aus meiner Kindheit wusste. Meine Mutter sagte schon: „Alle 7 Jahre ist ein Schlehenjahr“. Und dieses Jahr ist definitiv ein Schlehenjahr. Zumindest, soweit ich das aus meinem Blickwinkel auf die Natur beobachten kann.

Musste ich letztes Jahr noch jeden einzelnen Busch absuchen, um dann hier und da einige wenige Früchte zu ernten – für meinen Schlehenlikör, so reicht dieses Jahr ein einziger Busch, um kräftig zu einzusacken.

Jedenfalls traf ich gestern eine Familie bei der Ernte und plauderte mit Ihnen, dass dieses Jahr unglaublich viele Schlehen an den Büschen sitzen. Daraufhin bekam ich dann den Satz „alle 7 Jahre ist ein Schlehenjahr“. Es gab also auch überliefertes Naturwissen aus meiner eigenen Familie, viel zu selten leider. Jedenfalls erinnere ich mich noch, dass Schlehen als selten galten und meine Mutter gerne ein Likörchen machte. Schlehenfeuer war in den 70ern richtig schick.

Auch die Schlehe ist ein Rosengewächs und sie ist der wilde Vorfahre der Pflaume und Zwetschge. Relativ kleine dunkelblaue Früchte mit Kern und ziemlich sauer. Im Frühjahr üppig weiß blühend, bevor die Blätter erscheinen. Und ordentlich mit Stacheln bewehrt. Letztes Jahr habe ich noch die Schlehenblüten, auch Schwarzdorn genannt mit denen des Weißdorns verwechselt und wollte meine Weißdorn-Tinktur noch mit Blüten aufpimpen. Das waren aber die der Schlehe (Schlehe blüht vor den Blättern, Weißdorn, wenn die Blätter schon da sind).

Die Früchte bekommen ihre Süße erst nach dem ersten Frost (ähnlich zB der Eberesche). Es tut aber auch die Nacht in der Tiefkühltruhe inkl. Auftauen. Dieses Jahr werde ich es auf jeden Fall mal drauf ankommen lassen, ob nach dem ersten Nachtfrost noch was steht. Und wie sie dann schmecken.

Neben dem Likör können auch Marmelade oder Mus daraus gemacht werden oder ein Saft. Kräftigend, viele Vitamine, eine perfekte Winterspeise. Dieses Jahr gibt es keinen Likör, die Flasche vom letzten Jahr ist noch fast voll. Bei meinem nächsten Heilpflanzenkurs werde ich mal Likör anbieten.

Aus dem Blüten kann im Frühjahr ein Tee hergestellt werden, eine Heilpflanzenfreundin hat ihn als leichtes Abführmittel für ihren Enkel hergestellt. Oder für die Haut und gegen Sommersprossen.

Jetzt aber erst noch mal raus, Richtung Schlehen, es fehlt noch ein Foto für den Artikel.

Likörrezept: 200 g reife Schlehen (nach dem ersten Frost) ernten, mit ca. 150 g weißem Kandis und einer aufgeschlitzten Vanillestange in eine große verschließbare Flasche geben und mit einer Flasche Wodka oder Korn (0,7 l) übergießen. 1-2 Monate stehen lassen und dann abfiltern. Ich habe alle Schlehen noch angeschnitten, um sicher zu sein, dass auch alle Früchte einen Kern hatten und damit der Saft besser aus der Frucht rauskommt.

Schlehen

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